Müde oder erschöpft
Zwei Zustände, die sich ähnlich anfühlen und ganz Unterschiedliches brauchen. Die Verwechslung kostet oft Monate.

Müdigkeit verschwindet nach Schlaf. Erschöpfung nicht. Das ist die kürzeste brauchbare Unterscheidung, und sie führt schon weit.
Woran du Erschöpfung erkennst
- Ein freies Wochenende bringt keine spürbare Erholung.
- Dinge, die früher Freude gemacht haben, fühlen sich anstrengend an.
- Die Erholung hält kürzer als die Belastung, die ihr vorausging.
- Der Körper meldet sich: Infekte, Verspannungen, Magen, Schlaf.
Trifft mehreres davon über Wochen zu, ist mehr Schlaf nicht die Antwort. Wer erschöpft ist und mit noch mehr Disziplin gegensteuert, verlängert den Zustand.
Was in dieser Phase hilft
Zuerst Entlastung, nicht Optimierung. Das heißt konkret: etwas streichen, bevor etwas Neues dazukommt. Kein neues Trainingsprogramm, keine neue Ernährungsumstellung, kein Frühaufsteherprojekt.
Danach sehr langsam wieder aufbauen, in einer Dosis, die sich zu klein anfühlt. Genau das ist der richtige Umfang.
WichtigAnhaltende Erschöpfung gehört ärztlich abgeklärt. Schilddrüse, Eisen, Vitamin D, Blutbild und Schlafqualität sind Standard und schnell erledigt. Erst danach ist sinnvoll über Training und Ernährung zu sprechen.
Der häufigste Fehler ist nicht, zu wenig zu tun. Er ist, in der falschen Phase das Richtige zu tun.
Simona Knapp
Panta Rhei, 6069 Gnadenwald, Tirol. Fragen zu diesem Beitrag beantworte ich gerne persönlich.