Qi Gong für Ungeduldige
Langsame Bewegung sieht harmlos aus. Wer sie zum ersten Mal ernsthaft macht, merkt schnell, dass sie das nicht ist.

Der erste Eindruck täuscht zuverlässig. Von außen sieht Qi Gong aus wie langsames Armkreisen. Von innen ist es die Aufgabe, eine Bewegung so gleichmäßig auszuführen, dass sie an keiner Stelle abfällt oder beschleunigt. Das ist ungewohnt anstrengend.
Warum langsam schwerer ist
Schnelle Bewegung nutzt Schwung. Langsame Bewegung nimmt ihn weg. Die Muskulatur muss über die gesamte Strecke arbeiten, und die Aufmerksamkeit muss dabei bleiben, sonst wird die Bewegung sofort ungleichmäßig.
Genau darin liegt der Wert. Es gibt wenige Situationen im Alltag, in denen wir eine Sache für zehn Minuten ununterbrochen tun, ohne dass etwas dazwischenkommt.
Was Ungeduldige wissen sollten
- Die ersten drei Einheiten fühlen sich meist unbefriedigend an. Das ist normal und geht vorbei.
- Es geht nicht darum, die Form richtig zu machen, sondern darum, sie überhaupt zu spüren.
- Wirkung stellt sich nicht in der Einheit ein, sondern in den Stunden danach.
Eine einzige Bewegungsfolge, zehn Minuten, drei Mal in der Woche. Nicht mehr. Der häufigste Fehler ist, zu viele Formen gleichzeitig lernen zu wollen.
Wer nach vier Wochen keinen Unterschied bemerkt, hat nichts falsch gemacht. Qi Gong passt nicht zu jedem Menschen, und das ist ein legitimes Ergebnis. Dann ist Stretch und Mobility oft der bessere Weg zum selben Ziel.
Simona Knapp
Panta Rhei, 6069 Gnadenwald, Tirol. Fragen zu diesem Beitrag beantworte ich gerne persönlich.